Lektorierte Bücher - Beispiele

 

Kley Chemie

Karl-Ludwig Kley
Deutschland braucht Chemie!
Warum Wachstum und Wohlstand nur mit einer starken Chemieindustrie machbar sind
DVA 2014
ISBN 978-3-421-04660-4

aus der Einleitung (S. 8/9):

Seveso ist schon lange nicht mehr überall. Sicherheit und Transparenz sind für die Branche von zentraler Bedeutung. Daher plädiere ich mit diesem Buch für eine neue Sicht auf eine traditionsreiche und zugleich zukunftsorientierte Industrie. Ich will die Akzeptanz für die Chemie erhöhen. Vor allem möchte ich eine tragfähige Diskussionsgrundlage schaffen und den öffentlichen und politischen Diskurs über die Rolle der chemischen Industrie in unserer Gesellschaft beleben.
Um dieses Ziel zu erreichen, spanne ich einen Bogen von den Anfängen der Chemie in Deutschland bis hin zur Chemie der Zukunft. Dabei werden viele Fragen erörtert, die für die Chemieindustrie essenziell sind: Zum Beispiel warum die Spaltung in eine »böse« und eine »gute« Chemie falsch ist und warum diese realitätsferne Haltung niemandem hilft. Warum Nano-, Bio- und Gentechnologie mehr Chance bieten, als allgemein wahrgenommen wird. Warum eine saubere Umwelt und die Chemie untrennbar zusammengehören. Warum ein Leben ohne Risiko nicht möglich ist, und wie die Chemie mit dieser wichtigen Voraussetzung für weiteren Fortschritt umgeht. Oder warum Innovationen der Schlüssel zum Fortschritt sind und die Politik die Voraussetzungen für mehr Forschung und Entwicklung im Lande schaffen muss.
[...] Meine wichtigste These ist: Deutschland braucht die chemische Industrie. Und die chemische Industrie braucht die Akzeptanz und die Unterstützung von Politik und Öffentlichkeit. Nur so kann sie ihre Erfolgsgeschichte fortsetzen .

(Copyright DVA 2014)




Gebrauchsanweisung


Gunter Frank
Gebrauchsanweisung für Ihren Arzt
Was Patienten wissen müssen
Knaus Verlag 2014
ISBN 978-3-8135-0578-8

aus der Einleitung (S. 22/23):

Der informierte Patient – die Chance für ein besseres Gesundheitssystem

Viele Ärzte werden den neuen, informierten, selbstbewussten Patienten begrüßen, andere werden vielleicht eine Weile brauchen, um umzudenken. Doch in Zukunft wird ein partnerschaftliches Arzt-Patienten- Verständnis immer wichtiger werden. Im 21. Jahrhundert liegt hier das größte Potenzial für eine bessere Medizin im Kampf gegen die Probleme, die die Medizin selbst verursacht und die systematisch zu unnützen und gefährlichen Fehl- und Übertherapien führen. Mit der neuen Partnerschaft zwischen Patienten und Ärzten wird die wichtigste Voraussetzung dafür geschaffen, dagegen erfolgreich anzugehen. Nicht nur weil informierte Patienten auch Ärzte davor schützen, falsche Therapieentscheidungen zu treffen, sondern vor allem weil informierte Patienten für sie die besten Verbündeten sind, um sich gegen die überbordende Ökonomisierung der Medizin zur Wehr zu setzen, die auch uns Ärzten zunehmend die Freude an der Arbeit nimmt. 
Unser Gesundheitssystem ist in Gefahr. Wissenschaftliche Redlichkeit, Anstand und Menschlichkeit in der Medizin werden immer mehr einer falsch verstandenen Marktwirtschaft untergeordnet. Welche Folgen das jetzt schon hat und was uns in Zukunft droht, darum geht es im Schlusskapitel. Denn die aktuelle Gesundheitspolitik ist auf dem besten Weg, das Gesund Gesundheitssystem zu einem rein profitorientierten Gesundheitsmarkt umzubauen, zum Nachteil von Patienten und Ärzten.
Die Medizin soll für die Patienten da sein und nicht, um sie des Profites wegen krank zu machen. Es wird höchste Zeit, energisch dafür einzutreten. Patienten, die gut informiert die richtigen Fragen stellen und selbstbewusst auf Antworten bestehen, werden in Zukunft die entscheidende Triebkraft für eine ehrlichere, nebenwirkungsärmere und damit bessere Medizin sein. Doch bis es soweit ist, können Sie sich und Ihre Familie, ausgerüstet mit dieser Gebrauchsanweisung für Ihren Arzt, schon jetzt deutlich besser vor den Exzessen der modernen Medizin schützen. 

(Copyright Knaus 2014)




Spillover


David Quammen
Spillover
Der tierische Ursprung weltweiter Seuchen
(übersetzt von Sebastian Vogel)
DVA 2013
ISBN 978-3-421-04365-8


Textauszug (S. 85/86):

Wie andere zoonotische Viren, so haben sich auch die Ebolaviren vermutlich daran angepasst, in aller Ruhe in einem oder mehreren Reservoirwirten zu leben und sich ständig in nicht allzu großem Umfang zu vermehren, wobei sie nur geringe oder überhaupt keine Probleme bereiten. Auf Menschen übergesprungen, stehen sie einer neuen Umwelt und völlig neuen Lebensbedingungen gegenüber, und dann richten sie häufig tödliche Verheerungen an. Außerdem kann ein Mensch einen anderen durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder anderen Virusquellen anstecken. Die Ansteckungskette des Ebolavirus hat sich aber zumindest bisher nie über viele aufeinanderfolgende Fälle, große Entfernungen oder lange Zeiträume hinweg fortgesetzt. Wissenschaftler sprechen von einem »Fehlwirt« im Gegensatz zum »Reservoirwirt« und meinen damit, dass die Menschen für das Leben und die Abenteuer der Ebolaviren eine Sackgasse darstellen. Das Bild passt: Ausbrüche hatten immer nur einen begrenzten Umfang und gingen von selbst zu Ende; in jedem dieser Fälle geriet das Virus in eine Sackgasse und hinterließ keine Nachkommen. Das gilt natürlich nicht für die Gesamtpopulation des Virus in seinem Verbreitungsgebiet, sondern nur für die Abstammungslinie des Virus, die übergesprungen ist und damit alles auf eine Karte gesetzt hat – sie ist verschwunden. Sie ist ein Verlierer der Evolution. Sie hat es nicht geschafft, in einer menschlichen Population Fuß zu fassen und zu einer endemischen Krankheit zu werden. Sie hat keine Epidemie ausgelöst. Nach den bisherigen Erfahrungen zu urteilen, trifft dieses Muster auf Ebolaviren zu. Durch sorgfältiges medizinisches Vorgehen (beispielsweise Versorgung ohne unmittelbaren Kontakt auf Isolationsstationen, Gummihandschuhe, Kittel, Gesichtsmasken, Einmalkanülen und -spritzen) können sie in der Regel aufgehalten werden.
Das ist das übliche Vorgehen bei Fehlwirten – wenn alles normal läuft. Man muss jedoch bedenken, dass Zoonosen meist mit Ereignissen verbunden sind, die anders verlaufen als normal, das heißt, sie können ziemlich außergewöhnliche Folgen nach sich ziehen. Jeder Übersprung gleicht einem Lotterielos, das der Erreger kauft, und der Hauptgewinn ist ein neues, besseres Dasein. Auf lange Sicht bietet es die Chance, der Sackgasse zu entkommen und an Orte zu gelangen, an denen der Erreger bisher nicht wahr. Manchmal zieht der Lotterieteilnehmer den Hauptgewinn. Man denke nur an HIV.

(Copyright DVA 2013)

Titelbild Max

Ipke Wachsmuth
Menschen, Tiere und Max
Natürliche Kommunikation und
künstliche Intelligenz

Spektrum Akademischer Verlag 2013
ISBN 978-3-8274-3013-7


Textauszug (S. 7):


Damit ziehen sich zwei verschiedene Themenstränge durch dieses Buch: Zum einen, wie funktioniert Kommunikation und was geschieht dabei in unserem Gehirn, aber auch in unserem Körper? Zum anderen die Frage, wie können wir mit Maschinen effizienter kommunizieren und was ist dazu an technischer Entwicklung vonnöten? Eine Gesellschaf , die sich anschickt, "intelligente" Maschinen in die Lebenswelt des Menschen zu integrieren, kommt nicht umhin, sich diesen Fragen zu stellen. Auch mit der daraus erwachsenden grundsätzlichen Frage, ob wir hoffen dürfen, dass Maschinen zu verständigen und hilfreichen Partnern werden, oder ob wir uns davor fürchten müssen, dass sie unser Leben bestimmen, wird sich dieses Buch auseinandersetzen.

(Copyright Spektrum Akademischer Verlag 2012)




Titelbild Wirklichkeit

Richard Dawkins

Der Zauber der Wirklichkeit
Die faszinierende Wahrheit hinter
den Rätseln der Natur

(übersetzt von Sebastian Vogel)
Ullstein 2012
ISBN  978-3-550-08850-6


Textauszug (S. 252):


Der b
erühmte schottische Denker David Hume sagte im 18. Jahrundert etwas Kluges über Wunder. Zunächst definierte er ein Wunder als "Verletzung" eines Naturgesetzes. Auf dem Wasser zu gehen, Wasser in Wein zu verwandeln, eine Uhr mit Gedankenkraft zum Stehen oder zum Laufen zu bringen, einen Frosch in einen Prinzen zu verwandeln - all das bedeutet eine Verletzung der Naturgesetze. Solche Wunder wären für die Wissenschaft [...] in der Tat sehr beunruhigend. Falls sie überhaupt geschehen! Wie sollen wir also mit Wundergeschichten umgehen? Diese Frage beschäftigte Hume, und er fand darauf eine kluge Antwort.

Möchteste du Humes eigene Worte lesen? Da er sie vor über 200 Jahren niederschrieb (und auch die deutsche Übersetzung schon fast 150 Jahre alt ist), klingen sie ziemlich altmodisch:

"Dass kein Zeugnis zureicht, ein Wunder festzustellen; es müsste denn das Zeugnis der-
art sein, dass seine Falschheit wunderbarer wäre als die Tatsache, welche es bekundet."


In unserer heutigen Ausdrucksweise heißt das: Wenn John uns eine Wundergeschichte erzählt, sollten wir ihm nur dann glauben, wenn es ein noch größeres Wunder wäre, wenn sie eine Lüge (oder ein Fehler oder eine Illusion) wäre.

(Copyright Ullstein  2012)





Titelbild Grüter

Thomas Grüter
Klüger als wir?
Auf dem Weg zur Hyperintelligenz
Spektrum Akademischer Verlag 2012
ISBN 978-3-827-426-482


Textauszug (S. 1-2):


Dieses Buch untersucht die Wege und Irrwege zu einer
Steigerung der menschlichen Intelligenz. Kognition heißt der Fachbegriff, mit dem Neurowissenschaftler die Verarbeitung von Daten im Gehirn bezeichnen. Wahrnehmen, Denken, Lernen und Erinnern sind Teilgebiete davon. Forscher versuchen, diese Leistungen objektiv zu erfassen, aber die Komplexität des Gehirns macht es schwer, eine sinnvolle Maßeinheit zu finden. Der berühmte Intelligenzquotient (IQ) beispielsweise gibt nur an, wie gut die Leistungen eines Menschen im Vergleich zu seiner Altersgruppe in
einer bestimmten Kultur sind.

Die Forschung mit dem Ziel einer Verbesserung der menschlichen Intelligenz ist bereits in vollem Gange. Dabei haben die beteiligten Wissenschaftler aber nicht unbedingt die Rettung der Welt im Auge. Pharmafirmen beispielsweise dürfen damit rechnen, dass sich ein Mittel zur Intelligenzsteigerung exzellent verkauft. Denn Intelligenz ist in. Nie war es so wichtig, in der Schule gute Leistungen zu bringen. Schlechte Ergebnisse der PISA-Studien lösen ähnliche Betroffenheit aus wie eine Niederlage der Fußballnationalmannschaft. Intelligenzforscher rund um den Globus präsentieren Dutzende von Studien, nach denen intelligente Menschen mehr verdienen und ein erfolgreicheres Leben führen. Wer wäre da nicht versucht, seinem Denkvermögen mit einer Pille auf die Sprünge zu helfen? Auf den
zweiten Blick sind die Zusammenhänge aber sehr viel komplizierter,
wie wir noch sehen werden.

(Copyright Spektrum Akademischer Verlag 2012)





Titelbild Damasio

Antonio Damasio
Selbst ist der Mensch.
Körper, Geist und die Entstehung des
menschlichen Bewusstseins
(übersetzt von Sebastian Vogel)
Siedler 2011
ISBN 978-3-88680-924-0


Textauszug (S. 41):


Wenn man den bewussten Geist zu etwas Natürlichem erklärt und ihn fest im Gehirn verankert, schmälert man damit weder die Bedeutung der Kultur für das Wesen der Menschen noch die Menschenwürde, und es bedeutet auch nicht das Ende von Rätsel und Erstaunen. Kulturen entstehen und entwickeln sich im Laufe vieler Generationen aus der kollektiven Anstrengung menschlicher Gehirne, und im Laufe dieses Prozesses gehen manche Kulturen sogar zugrunde. Sie brauchen Gehirne, die bereits durch frühere kulturelle Effekte geprägt wurden. Die Bedeutung der Kultur für die Entstehung des modernen menschlichen Geistes steht außer Frage. Ebenso wird die Würde dieses Geistes nicht dadurch geschmälert, dass man ihn mit der erstaunlichen Komplexität und Schönheit in Verbindung bringt, die sich in lebenden Zellen und Geweben findet. Im Gegenteil: Die Verknüpfung von Persönlichkeit und Biologie ist eine Quelle unendlichen Staunens und Respekts für alles Menschliche. Indem man den Geist zu etwas Natürlichem erklärt, löst man letztlich vielleicht nur ein Rätsel, doch dadurch könnte der Schleier über weiteren Rätseln gelüftet werden, die in aller Stille warten, bis sie an der Reihe sind.

(Copyright Siedler Verlag 2011)





Titelbild Piechulla


Birgit Piechulla (Hrsg.)
Professorin und Mutter - wie geht das?
28 Berichte vom alltäglichen Spagat zwischen
Familie und akademischer Karriere
Spektrum Akademischer Verlag 2011
ISBN 978-3-82742-431-0


Textauszug (S. 125 f.):


Nach vier Wochen ging ich dann wieder regelmäßig zur Arbeit, und zwar mit Karolina. Ich nahm sie von Anfang an überall mit hin: zu Besprechungen, zu Sitzungen etc. Die Einführungsveranstaltung für Erstsemester hielt ich mit Karolina, was die Studenten nur kurzfristig verwunderte. Es war überhaupt kein Problem. In meinem Büro stellte ich ein Bett auf, in dem Karolina schlafen konnte. Zwischendurch gingen wir immer mal wieder spazieren. Bei der ersten Besprechung mit dem Präsidenten der Universität fing Karolina auf einmal an zu schreien, sie hatte ganz offensichtlich Hunger. Es war eine wichtige Besprechung. Ich konnte sie nun entweder platzen lassen oder in der Öffentlichkeit stillen. Nach kurzem Nachdenken entschied ich mich für Letzteres, was ich danach immer tat und damit kein Problem mehr hatte.
Da ich zu diesem Zeitpunkt bereits viele Industriekooperationen hatte, war es unumgänglich, die Partnerfirmen gelegentlich zu besuchen. Beispielsweise mussten Karolina und ich im Januar nach London, wo wir von einem Chauffeur vom Flughafen abgeholt werden sollten. Allerdings war der Chauffeur offensichtlich nicht instruiert worden; er erwartete eher einen Herrn in Anzug. Umso erstaunter war er, als ich ihn ansprach, ob es sein könne, dass er auf mich warte. Da Name und Herkunftsort korrekt waren, konnte es keinen Zweifel geben. Er war völlig durcheinander und meinte nur „I lost my mind“. Der Jaguar, in den wir dann einstiegen, hatte sicherlich noch nie in seinem Autoleben einen Kindersitz gesehen (den hatte ich natürlich vorsorglich mitgebracht …).

(Copyright Spektrum Akademischer Verlag 2011)






Titelbild Ledochowski


Dr. med. Maximilian Ledochowski
Wenn Brot & Getreide krank machen
Gluten-Intoleranz, Zöliakie - oder was sonst?
Trias 2011
ISBN 978-3-8304-3776-5




Textauszug (S. 15 f.):


Warum sind Brot und Getreide „auf einmal“ unverträglich?

Aus dem Jäger und Sammler, der aß, was er aus der Natur entnehmen konnte, wurde erst ein Ackerbauer und Viehzüchter, der sich selbst mit allem versorgte, was er brauchte, und dann ein Konsument, der auf das angewiesen ist, was Supermärkte und Gaststätten ihm offerieren. Wissen wir noch, was wir essen?
Schauen wir einmal 2000 Jahre zurück: Damals war Brot ein Nahrungsmittel, das einem Fladen glich und sich durch einen eher neutralen Geschmack auszeichnete. Ein Produkt, das sich heute vermutlich nicht sehr gut verkaufen ließe. Die Bäcker im deutschsprachigen Raum sind stolz darauf, ihren Kunden ein Sortiment von etwa 300 Brotsorten anbieten zu können – hergestellt aus unterschiedlichen Getreidearten, in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen und Ausmahlgraden, mit unterschiedlichen weiteren Zutaten und Produktionsverfahren. Das heißt, aus dem ursprünglichen Brotfladen hat sich im Laufe der Zeit ein ganz anderes Lebensmittel entwickelt, bei dem allein der Name gleich geblieben ist. Aus ernährungsphysiologischer Sicht handelt es sich nicht um ein einziges Nahrungsmittel, sondern um eine ganze Palette vollkommen neuer Produkte, die nurmehr die Bäckerei als Herstellungsort gemeinsam haben. Das menschliche Verdauungssystem hingegen ist schrecklich konservativ, denn die Mühlen der Evolution mahlen ziemlich langsam. Wenn wir also über mögliche Unverträglichkeitsreaktionen auf Getreide, Brot und Backwaren sprechen, sollten wir auch die Veränderungen berücksichtigen, die in der Brotherstellung und in der Getreidezüchtung stattgefunden haben.

(Copyright Trias 2011)





Titelbild Messel


Gerd Mangel
Faszination Welterbe Grube Messel.
Zu Besuch in einer Welt vor 47 Millionen Jahren
Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung 2010
ISBN 978-3-510-61398-4


Textauszug (S. 28 f.):

Ein Blick in die Urzeit: Der Aufbruch der Säugetiere

Wir schauen durch ein Fenster in eine ferne Vergangenheit. Warm war es im Eozän, wie das Zeitalter vor 47 Millionen Jahren hieß. Wir wissen heute, dass Nord- und Südpol damals keine Eiskappen trugen. Die klimatischen Unterschiede zwischen der Äquatorregion und den polaren Breiten waren vergleichsweise gering. Große Teile Europas waren von einem flachen Meer bedeckt. Messel lag damals auf der sogenannten Mitteleuropäischen Insel etwa auf der geografischen Breite des heutigen Sizilien. […]
Wir schauen auch auf ein besonderes Zeitfenster der Evolution. Denn die Dinosaurier, die mit ihrer ungeheuren Artenvielfalt 160 Millionen Jahre lang die Erde beherrscht hatten, waren seit etwa 18 Millionen Jahren ausgestorben. Nach der globalen Naturkatastrophe vor 65 Millionen Jahren (ein Meteoriteneinschlag mit anschließender dramatischer Klimaveränderung) hatten kleine und warmblütige Tiere die größten Überlebenschancen. Die kleinen Säuger konnten die unterirdischen Baue verlassen, die sie während der Dinosaurierzeit noch bewohnt hatten, und sich in einem rasanten Evolutionsschub in die heute bekannten Gruppen aufspalten. In Messel finden wir beides: alte Säugetierformen aus der Dinosaurierzeit, die schon bald danach verschwunden waren, neben modernen Säugetiergruppen, wie wir sie heute kennen. Eine ähnlich schnelle Entwicklung nehmen in dieser Zeit auch die Blütenpflanzen, und damit einher gehen die Entwicklung und die Differenzierung der Insekten.

(Copyright Schweizerbart'sche Verlangsbuchhandlung 2011)




Titelbild Falk

Dean Falk
Wie die Menschheit zur Sprache fand.
Mütter, Kinder und der Ursprung des Sprechens
(übersetzt von Susanne Kuhlmann-Krieg)
DVA 2010
ISBN 978-3-421-04327-6


Textauszug (S. 241):


Letzten Endes kann man sagen: Wenn die Babys unserer Vorfahren nicht die Fähigkeit verloren hätten, sich ohne Hilfe an ihren Müttern festzukrallen, gäbe es keine Mozart-Klavierkonzerte und keine Mona Lisa, kein Ballett, keine Shakespeare-Dramen und kein E=mc2. Ja, hätte es die ersten Koselaute einer Ammensprache nicht gegeben, die die Kinder unserer Vorfahren beruhigt haben, gäbe es den Menschen, wie wir ihn heute kennen, nicht. Keine Frage, dass unsere Art nicht nur in der Schuld prähistorischer Mütter steht, auch deren Kindern ist sie zu Dank verpflichtet, denn sie haben den Anstoß für die Evolution jener kognitiven Fähigkeiten gegeben, die uns heute von anderen Tieren abheben. Es ist, wenn man einmal darüber nachdenkt, schon erstaunlich, dass Sprache und das bewusste Denken, das diese erst möglich macht, sich letztlich dem schlichten Bedürfnis prähistorischer Babys verdankt, von ihren Betreuern im Arm gehalten und getröstet zu werden. Harlows legendäre Makaken-Experimente und Tausende neuerer Untersuchungen an Primatenkindern – den Menschen eingeschlossen –, zeigen, dass das Bedürfnis der Kleinsten nach Körperkontakt mit Eltern und anderen Betreuern für Primaten von größter Wichtigkeit ist. Wenn die Vergangenheit der beste Prophet für die Zukunft ist, dann wären Menscheneltern überall auf der Welt gut beraten, diesem Bedürfnis größte Aufmerksamkeit zu schenken.

(Copyright DVA 2010)





Titelbild Roth

Gerhard Roth
Wie einzigartig ist der Mensch?
Die lange Evolution der Gehirne und des Geistes
Spektrum Akademischer Verlag 2010
ISBN 978-3-8274-2147-0


Textauszug:

Zwei wichtige Tatsachen werden dabei deutlich. Erstens stellt die Evolution der Nervensysteme und Gehirne nicht einen einzigen Entwicklungsstrang „vom Wurm zum Menschen“ dar, sondern hat sich von einem diffusen Nervennetz bzw. einem einfachen Oberschlundganglion plus Bauchmarksträngen in mehrere große und viele kleinere und noch mehr ganz feine Entwicklungsstränge aufgespalten. Wie die biologische Evolution insgesamt ist die Evolution der Nervensysteme und Gehirne ein baumartiger, sich vielfach verzweigender Prozess. Der Mensch und sein Gehirn sind hierbei weder das Ziel noch die „Krone“ der Entwicklung, sondern nur ein momentaner Endpunkt innerhalb einer Entwicklungslinie unter zahllosen anderen Entwicklungslinien.
Zweitens erkennen wir, dass Stammesgeschichte nicht identisch ist mit Evolution im Sinne einer Höherentwicklung und Komplexitätszunahme. So beeindruckend die in diesem Buch beschriebenen Leistungssteigerungen der Sinnesorgane, Nervensysteme und Gehirne auch sind, sie repräsentieren nur einen kleinen Teil des Gesamtgeschehens der Stammesgeschichte der Tiere. Vielmehr zeigt sich, dass die allermeisten Tiere mit ihren Sinnesorganen, Nervensystemen und Gehirnen relativ früh auf einer ziemlich niedrigen Komplexitätsstufe stehenblieben und sich nicht oder nur noch in kleinen Schritten weiterentwickelten.

(Copyright Spektrum Akademischer Verlag 2010)





Titelbild Frith

Chris Frith
Wie unser Gehirn die Welt erschafft
(übersetzt von Monika Niehaus)
Spektrum Akademischer Verlag 2010
ISBN 978-3-8274-2343-6


Textauszug (S. 22):

In diesem Buch werde ich zeigen, dass diese Unterscheidung zwischen geistig und körperlich, psychisch und physisch, falsch ist. Es ist eine Illusion, die vom Gehirn geschaffen wird. Alles, was wir wissen, ob über die geistige oder die dingliche Welt, ist nicht direkter als die Verbindung unseres Gehirns mit der Welt der Ideen. Indem unser Gehirn all die unbewussten Schlussfolgerungen vor uns verbirgt, die es zieht, schafft es die Illusion, wir hätten direkten Kontakt mit den Objekten der physischen Welt. Und gleichzeitig schafft unser Gehirn die Illusion, unsere Gedankenwelt sei isoliert und privat. Aufgrund dieser beiden Illusionen erleben wir uns als Handelnde, die unabhängig auf die Welt einwirken. Aber gleichzeitig können wir unser Erleben der Welt miteinander teilen. Im Lauf der Jahrtausende hat diese Fähigkeit, Erfahrungen zu teilen, die menschliche Kultur geschaffen, die ihrerseits wiederum die Arbeitsweise des menschlichen Gehirns beeinflusst hat.
Wenn wir diese Illusionen, die unser Gehirn schafft, durchschauen, können wir beginnen, eine Wissenschaft zu entwickeln, die erklärt, wie das Gehirn den Geist erschafft.

(Copyright Spektrum Akademischer Verlag 2010)




Titelbild Ida

Colin Tudge
Missing Link - Ida und die Anfänge der Menschheit
(übersetzt von Sebastian Vogel)
Piper 2009
ISBN 978-3-492-05371-6



Textauszug (S. 245 f.):

Echte Übergangsformen - fehlende Bindeglieder, die nicht mehr fehlen - sind sehr selten, sehr kostbar und hoch geschätzt. Überzeugend sind sie nur dann, wenn sie Merkmale des mutmaßlichen Vorfahren und des mutmaßlichen Nachkommen in sich vereinigen. Sie dürfen nicht allzu spezialisiert sein und keine besonderen Merkmale besitzen, die bei den Nachkommen nicht vorhanden sind. Zu primitiv dürfen sie aber auch nicht sein, das heißt, sie dürfen nicht nur Merkmale besitzen, die außer bei dem mutmaßlichen Nachkommen auch bei allen nur entfernt verwandten Tieren vorhanden sind. Ein Fossil, das solche Erkenntnisse liefert, muss von wahrhaft hoher Qualität sein ... Ida erfüllt aber offenbar alle erforderlichen Voraussetzungen. Sie ist von außergewöhnlich guter Qualität und zeigt einen großen Teil dessen, was wir wissen müssen. Außerdem scheint sie tatsächlich eine Übergangsform zu sein, die zwischen einem der älteren Typen und den echten Affen steht. Das war der Grund, warum sie solche Begeisterung auslöste.

(Copyright Piper 2009)




Titelbild Evolution


J. Zrzavy,  D. Storch, S. Mihulka
Evolution - Ein Lese-Lehrbuch

Dt. Ausgabe hrsg. von
H. Burda und Sabine Begall
Spektrum Akademischer Verlag 2009
ISBN 978-3-8274-1975-0


Textauszug (S. 13 f.):

Darwins Erklärung der Entstehung der zweckmäßigen Eigenschaften ist also einfach und irgendwie selbstverständlich: Die zweckmäßigen Eigenschaften sehen wir deshalb um uns herum, weil die unzweckmäßigen nicht erhalten blieben. Es ist erstaunlich, dass der Darwinismus erst so spät aufkam. Außer Darwins unbestrittener Genialität kann hier noch ein anderer Grund angeführt werden. Erst die Welt, in die Darwin hineingeboren wurde, die Welt des wilden Liberalkapitalismus an der Wende des 18./19. Jahrhunderts, ermöglichte es, einige offenkundige Erscheinungen näher zu betrachten und sich ihrer Bedeutung bewusst zu werden. Jeder Gärtner, der ein Beet jätet, ist mit den grundlegenden Prinzipien des Darwinismus konfrontiert: Auf einem Beet gibt es mehr junge Pflanzen, als dort stehen können, nachdem sie ausgewachsen sind; verschiedene Pflanzen haben unterschiedliche Eigenschaften, und daher haben sie auch unterschiedliche Chancen, in der Zukunft erfolgreich zu sein (zum Beispiel „erfolgreich“ hinsichtlich der Menge und Qualität der Früchte, die sie produzieren). Und so unterscheiden sich auch ihre Überlebenschancen, wobei jeder Gärtner glaubt, dass die ausgewählten Pflanzen ihre guten Eigenschaften an ihre Nachkommenschaft übertragen werden. Natürlich sind auch die Antike, das europäische Mittelalter oder die traditionelle chinesische Gesellschaft dem Prinzip von Fortpflanzung, Erblichkeit und Auslese begegnet, auf dem Darwin seine Vorstellung der Welt gebaut hat. Allerdings dachte man damals anders, und niemand wusste diese Erscheinungen richtig einzuordnen; vielleicht hat man sie als Trivialitäten aus dem Leben von Gärtnern und Taubenzüchtern abgetan, nicht jedoch als Säulen, auf denen die Geschichte der Welt steht, erkannt. Wissenschaftliche Wahrheiten entdecken Menschen, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Doch eins muss man stets im Auge behalten: Auch das Bild von der Welt, das die heutige Version des Darwinismus zeichnet, ist sicher in irgendeiner Weise von der Welt beeinflusst, in der die heutigen Darwinisten leben. In ein paar Jahrhunderten (also mit entsprechendem zeitlichem Abstand betrachtet) werden wir bestimmt erkennen, worin diese Beeinflussung lag.

(Copyright Spektrum Akademischer Verlag 2009)




Titelbild Ekman

Dalai Lama, Paul Ekman
Gefühl und Mitgefühl - Emotionale Achtsamkeit
und der Weg zum seelischen Gleichgewicht
(übersetzt von Matthias Reiss)
Spektrum Akademischer Verlag 2009
ISBN 978-3-8274-2117-3


Textauszug (S. 207):

Ekman:
Lassen Sie uns auf unsere Diskussion zum Mitgefühl zurückkommen. Ist die Meditation zur liebevollen Güte die zentrale Meditationsübung, um diesen Geisteszustand zu entwickeln?

Dalai Lama (t): Liebevolle Güte wird in der buddhistischen Literatur im doppelten Sinne verwendet. Zum einen handelt es sich um eine der beiden Seiten der Medaille „Mitgefühl“. Mitgefühl hat einen stärkeren Fokus auf das Leiden des anderen, auf den Wunsch, die anderen vom Leiden befreit zu sehen. Liebevolle Güte konzentriert sich auf Glück, auf den Wunsch, dass die anderen glücklich sind. Bei Mitgefühl und liebevoller Güte gibt es keine Abfolge; in gewisser Hinsicht entstehen sie zusammen. Wenn Sie den Wunsch haben, dass andere vom Leiden befreit werden, kommt der Wunsch, dass die anderen ihr Glück genießen, ganz nebenbei.

Entscheidender für die Praxis des Mitgefühls ist die andere Bedeutung von liebevoller Güte. Sie wird als Gefühl der Verbundenheit übersetzt, als Gefühl der liebevollen Zuneigung zu anderen; hier ist der Grundgedanke, einen Geisteszustand zu fördern, der für Sie den Anblick, dass die anderen leiden, unerträglich macht. Seine Förderung ist das entscheidende Element des Mitgefühls. Man sagt: Je stärker dieses Gefühl der Verbundenheit ist, desto stärker ist das Gefühl der Unerträglichkeit, wenn Sie sehen, dass andere leiden.

Ekman: Es ist unerträglich für Sie?
Jinpa: Unerträglich, ja.

 
(Copyright Spektrum Akademischer Verlag 2009)




Titelbild Tweed

Ursula Buchan
Als die Gärtner Tweed trugen.
Valerie Finnis und der englische Gartenadel
(übersetzt von Dörte Fuchs und Jutta Orth)
Gerstenberg 2009
ISBN 978-3-8369-2994-3


Buchrückseite:

Fast dreißig Jahre lang unterrichtete Valerie Finnis, eine charismatische Lehrerin, an der Waterperry Horticultural School for Women bei Oxford. ... Anfang der 1950er Jahre schenkte ihr Wilhelm Schacht, Kurator am Botanischen Garten München-Nymphenburg, eine alte Rolleiflex, mit der sie vierzig Jahre lang fotografierte.

Als eine der ersten Frauen, die sich auf Pflanzen- und Gartenfototgrafie spezialisierten, holte sie vilele Ikonen der Gartenwelt vor ihre Linse: Lady Rhoda Birley, in Schals gehüllt, bei der Pflege ihrer Rabatten in Chalrston, Vita Sackville-West vor einem Torbogen in Sissinghurst, den Maler Cedrick Morris zwischen seinen Iris in Benton End,  Suffolk, Nancy Lancaster im modischen Jäckchen beim Qäsern ihrer Blumen in Haseley Court.

(Copyright Gerstenberg 2009)



Titelbild NMU


Dr. med. Maximilian Ledochowski
Wegweiser Nahrungsmittelintoleranzen
Wie Sie Ihre Unverträglichkeiten erkennen
und gut damit leben
Trias 2009
ISBN 978-3-8304-3474-0


Textauszug (S. 23):


Noch vor 50 Jahren wurden kaum Fertigprodukte verwendet. Heute ist es fast nicht mehr möglich, eine Mahlzeit zuzubereiten, ohne ein Päckchen oder eine Dose zu öffnen und ein Fertigprodukt zumindest als „Kochhilfe“ zu verwenden. In den meisten dieser Produkte sind aber Laktose, Milcheiweiß, Magermilchpulver, Soja oder Glutamat (Geschmacksverstärker) enthalten. In vielen Getränken und Konserven dient Fruchtzucker als Süßungsmittel. Wer eine Unverträglichkeit gegen Laktose, Milcheiweiß, Soja, Fruktose, Glutamat oder Histamin hat, bekommt nach dem Verzehr solcher Produkte „unerklärliche“ Beschwerden. Während beim Vorliegen von Allergien schon der einmalige Konsum ausreicht, um Beschwerden hervorzurufen (z. B. bei Milcheiweiß- oder Sojaallergie), treten bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten die Beschwerden meist erst bei häufigem Konsum auf (z. B. Laktose- oder Fruktoseintoleranz).
Wie das Beispiel der Fruktose in Äpfeln zeigt, bereiten unter Umständen selbst in bester Absicht erfolgte Neuzüchtungen von Nahrungspflanzen Probleme. Das gilt auch für den Weizenkleber (Gluten), dessen Gehalt im Brot in den letzten Jahrzehnten um ein Mehrfaches zugenommen hat – und mit ihm die Zahl der Menschen, die unter Glutenunverträglichkeit leiden, ohne zu ahnen, warum es ihnen nicht gut geht. Und schließlich haben wir von allen Nahrungsmitteln mehr zu essen, als es jemals in der Geschichte der Menschheit der Fall gewesen ist. Der berühmte Arzt Paracelsus sagte „Die Dosis macht das Gift“, aber wir nehmen heute nicht nur zahlreiche neue Substanzen über die Nahrung auf (deren Wirkung auf unseren Körper wir meistens gar nicht kennen), sondern auch immer größere Mengen.


(Copyright Trias 2009)





Titelbild Dawkins


Richard Dawkins

Geschichten vom Ursprung des Lebens.
Eine Zeitreise auf Darwins Spuren
(übersetzt von Sebastian Vogel)
Ullstein 2008
ISBN 978-3-550-08748-6


Textauszug (S. 339f.):

Der Schnabel der Schnabeltiere mag komisch aussehen, zumal seine Ähnlichkeit mit einem Entenschnabel dadurch verstärkt wird, dass er relativ groß ist, und außerdem wirkt ein Schnabel schon von sich aus in gewisser Weise lächerlich – vielleicht weil er uns an Donald Duck erinnert. Aber mit Humor wird man diesem großartigen Apparat nicht gerecht. Wenn man schon an ein unpassend verpflanztes Teil denken will, sollte man die Enten ganz schnell vergessen. Ein aufschlussreicherer Vergleichsgegenstand ist die zusätzliche Nase, die den Nimrod-Aufklärungs- flugzeugen aufgepflanzt wurde. Das amerikanische Gegenstück heißt AWACS - es ist bekannter, eignet sich für meinen Vergleich aber weniger gut, weil sich das „aufgepflanzte“ Teil bei den AWACS-Maschinen nicht wie ein Schnabel am Bug, sondern oben auf dem Rumpf befindet.

Entscheidend ist, dass es sich beim Schnabel des Schnabeltiers, anders als bei einer Ente, nicht nur um zwei Kiefer zum Gründeln und Fressen handelt. Diese Funktionen erfüllt er ebenfalls, allerdings ist er nicht verhornt wie ein Entenschnabel, sondern eher gummiähnlich. Viel interessanter ist aber etwas anderes: Der Schnabel des Schnabeltiers ist ein Aufklärungs- instrument, ein AWACS-Organ. Schnabeltiere machen Jagd auf Krebse, Insektenlarven und andere kleine Tiere, die sich im Schlamm am Boden von Wasserläufen verstecken. Augen sind dort keine große Hilfe - das Schnabeltier hält sie fest geschlossen, wenn es auf die Jagd geht. Und das ist noch nicht alles: Es verschließt auch Nasenöffnungen und Ohren. Es sieht die Beute nicht, es hört die Beute nicht, es riecht die Beute nicht, und doch findet es sie mit großer Zielsicherheit: An einem einzigen Tag stöbert es so viele Beutetiere auf, wie der Hälfte seines eigenen Körpergewichts entspricht.

(Copyright Ullstein  2008)


Titelbild Drachen

Mark Norell
Auf der Spur der Drachen
China und das Geheimnis der gefiederten Dinosaurier
(übersetzt von Monika Niehaus-Osterloh)
Spektrum Akademischer Verlag 2007
ISBN 3-8274-1728-7


Textauszug (S. 181):

Da wir nun eine gewisse Vorstellung haben, wie sich Feder entwickelt haben, können wir uns der schwierigeren Frage nach dem „Warum“ zuwenden.

Die Antwort scheint auf der Hand zu liegen: zum Fliegen. Der erste bekannte Dinosaurier, der flugfähig war (einmal abgesehen von dem problematischen Microraptor gui), war Archaeopteryx. Auch wenn nicht alle Paläontologen glauben, dass er die aerodynamischen Fähigkeiten moderner Vögel besaß, würden die meisten der Aussage zustimmen, dass er zumindest kurze Strecken im Schlagflug zurücklegen konnte. Die meisten Stammbäume platzieren gefiederte Dinosaurier in traditionelle Nichtvogel- Dinosauriergruppen, das heißt bei den Dinosauriern außerhalb der Gruppe, die Archaeopteryx enthält. Allgemein wird angenommen, dass gefiederte Nichtvogel- Dinosaurier nicht fliegen konnten. Den meisten wäre Fliegen unmöglich gewesen, weil sie viel zu kurze Arme hatten. Das bedeutet, dass Federn primär keine Anpassung ans Fliegen waren, sondern sich aus einem anderen Grund entwickelt haben. Die beste Erklärung ist, dass sie zunächst als Wärmeisolierung dienten.

(Copyright Spektrum Akademischer Verlag 2007)


Titelbild Shiatsu

Pamela Ferguson
Shiatsu - Gesundheit geben und empfangen
Einfache Übungen für alltägliche Beschwerden
Selbstbehandlung und Partnerübungen
(übersetzt von Ulla Schuler)
Edition ConKom 2006
ISBN 3-00-018285-3

hier bestellen


Textauszug (S. 27):

Bei Kopfschmerzen wirkt Shiatsu am besten als vorbeugende Maßnahme. Die tägliche Selbstbehandlung, verbunden mit (sehr behutsamen) Roll- und Dehnungsübungen, speziell seitlichen Dehnungen, hilft Nacken und Schultern entspannen und läßt die  Energie fließen. Machen Sie sich bewußt, was mit Ihrem Körper geschieht, wenn Sie wütend sind. Achten Sie auf richtige Körperhaltung. Spannungskopfschmerzen entstehen oft aus einer "Schildkröten-Haltung", also vor- und hochgezogene Schultern und zusammengestauchter Nacken, alles nur zu typische Probleme von Leuten, die am Schreibtisch oder am Zeichenbrett  arbeiten.

Versuchen Sie die Übungen, sobald Sie spüren, daß Kopfschmerzen heraufziehen (Migräne, Neuralgie oder anderer Kopfschmerz). Drücken Sie die Punkte, und zählen Sie dabei bis fünf, lassen Sie langsam los, drücken Sie erneut, lassen Sie los. Wiederholhen Sie das mehrere Male. Stoßen Sie nicht, drücken Sie nicht zu heftig. Je langsamer Sie drücken, um so tiefer können Sie ins Gewebe eindringen. Bei einseitigem Schmerz behandeln Sie stets zuerst die Gegenseite.

 (Copyright Edition ConKom  2006)





Esst endlich normal!

Udo Pollmer
Esst endlich normal!

Wie die Schlankheitsdiktatur die Dünnen dick
und die Dicken krank macht

Piper 2005
ISBN 3-492-04791-2





Textauszug (S. 215f.):

Je konsequenter die Anleitung zu kontrolliertem Essen, desto eher verlernen die Kinder, was Hunger und Sattsein ist, und desto dicker werden sie, so das Resultat einschlägiger Studien (18-21). Mit Ernährungsprotokollen und Fettpolster-Warnhinweisen erreicht man genau das, was man angeblich vermeiden will. Die innere Regulation gerät aus dem Tritt, Seele und Körper begehren gegen diese dreiste Art der Bevormundung auf, steuern gegen, und das Kind wird vorsorglich dick. Prävention nach den Gesetzen der Biologie.

Heute kann sogar die Wissenschaft bestätigen, was jede Mutter auch ohne Fachlektüre weiß: Je mehr man begehrte Speisen verwehrt, desto häufiger werden sie verlangt und desto mehr essen die Kinder davon, wenn sie ihrer habhaft werden (22). Was weniger bekannt sein dürfte, ist die Tatsache, daß Kinder, die von ihren Müttern zum Essen gedrängt werden, „damit sie groß und stark werden“, eine geringere Gewichtszunahme zeigen als Kinder, die einfach mit Essen aufhören dürfen, wann sie wollen. Mütter, die versuchen, das Essen zu beschränken, die Eßverbote für fette oder süße Speisen aussprechen, bewirken dafür eine um so schnellere Gewichtszunahme (18). Ein Nebenbefund dieser Studie sollte gleichermaßen zu denken geben: Es gab keinen Zusammenhang zwischen Fettaufnahme und Gewicht.

Je mehr die Mütter über den Teller ihrer Sprößlinge wachen, je früher der Satz fällt „Kind, das reicht jetzt“, desto schneller fangen beispielsweise fünf- bis neunjährige Mädchen an, ohne Hunger zu essen (19). Allein der Versuch, Kinder am „Überfressen“ zu hindern, begünstigt Gewichtszunahmen. Das ist der Unterschied zwischen Kopf und Bauch. Beide arbeiten sie mit Logik – es ist nur jeweils eine andere. Die ministeriellen Empfehlungen mögen ja gut gemeint sein, führen jedoch absehbar dazu, aus gesunden Kindern übergewichtige oder gar eßgestörte Jugendliche zu machen.

 (Copyright Piper 2005)



Handbuch Nahrungspflanzen

Ben-Erik van Wyk
Handbuch der Nahrungspflanzen
(übersetzt von Friedel Hermann)
Wissenschaftl. Verlagsges. Stuttgart 2005
ISBN  3-8047-2246-6

aus dem Vorwort:

Genau wie sein Gegenstück, das „Handbuch der Arzneipflanzen“ (Erstausgabe 2004), soll dieses Buch dem Leser einen breit gefächerten Überblick geben, mit farbig bebilderten, kurzen und wissenschaftlich exakten Texten – in diesem Fall für die meisten der kommerziell bedeutenden Nahrungs- und Gewürzpflanzen der Welt. Jede der 354 Pflanzen wird kurz mit den wichtigsten Informationen zu Herkunft und Geschichte, verwendeten Teilen, Anbau, kulinarischen Verwendungsmöglichkeiten und Nährwerten vorgestellt. Die Pflanzen sind alphabetisch nach ihrem wissenschaftlichen Namen angeordnet, aber die Trivialnamen werden in mehreren Sprachen angegeben. Um das Buch für Nichtbotaniker benutzerfreundlich zu machen, werden die Pflanzen in der Einleitung in den verschiedenen Kategorien (Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen, Früchte, Gemüse, Kräuter, Zucker- und Stärkelieferanten, Pflanzen für Getränke und Gewürzpflanzen) mit ihren Trivialnamen und den wissenschaftlichen Namen aufgeführt. Es gibt auch einen Überblick über die verschiedenen Nährstoffe, die in Pflanzen enthalten sind und ihre Bedeutung für Gesundheit und Ernährung, sowie ein Glossar mit Fachbegriffen und eine Liste wichtiger, weiterführender Literatur. Das umfangreiche Register wird es dem Leser hoffentlich ermöglichen, eine gesuchte Pflanze oder Information rasch zu finden.   

(Copyright WVG 2005


Titelbild Kinderbrockhaus 

Der Kinder-Brockhaus Tiere
mit Texten von Marcus Würmli

und Illustrationen von Werner Ring

F.A. Brockhaus, 2002
ISBN 3-7653-3011-6

aus dem Klappentext:

In detailreichen Einzeldarstellungen zeigt der "Kinder Brockhaus Tiere" über 450 Tiere in insgesamt 23 verschiedenen Lebensräumen. Ob heimische Tiere in unserem Garten oder exotische Lebewesen im asiatischen Regenwald - dieses Lexikon gibt einen umfassenden Überblick über die Tiere auf unserer Erde ... Ein Nachschlagewerk, das Kinder ab 8 Jahren lange Zeit begleitet.


Textbeispiel (S.121):

Wasseramsel Man muss schon genau hinschauen, um die Wasseramsel überhaupt zu entdecken. Der kleine Vogel mit dem schokoladenbraunen Gefieder steht gerne auf einem großen Stein mitten in Bächen und Flüssen und wippt mit dem kurzen Schwanz. Dann ist er plötzlich im Wasser verschwunden. Er läuft auf dem Bachgrund, dreht hier und da einen Stein um und fängt Insekten. Die Wasseramsel kann auch unter Wasser schwimmen, wobei sie ihre Flügel wie Flossen benutzt. Nach spätestens 30 Sekunden taucht sie an ganz anderer Stelle wieder auf. Nass wird sie auf ihren Tauchgängen nicht, da sie ihr Gefieder mit dem Sekret der Bürzeldrüse einfettet und es so Wasser abstoßend macht. Wasseramseln bauen in Spalten oder unter Brücken kugelförmige Nester und ziehen dort durchschnittlich fünf Jungtiere groß.

(Copyright Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG 2002)



  
Titelbild Meme

Susan Blackmore
Die Macht der Meme oder
die Evolution von Kultur und Geist
(übersetzt von Monika Niehaus-Osterloh)
Spektrum Akademischer Verlag, 2000
ISBN 3-8274-1002-9



Die FAZ meint: "Ein aufs Ganze gehendes Buch."

aus dem Klappentext:

Das Manifest der Mem-Theorie

Wir Menschen sind erstaunliche Wesen. Unsere Körper sind in der Evolution - genau wie die aller Tiere - durch natürliche Selektion entstanden, und doch unterscheiden wir uns von sämtlichen anderen Geschöfpfen in vielfältiger Weise. Wir nutzen Sprache zur Kommunikation. Wir führen Kriege, glauben an Religionen, bestatten unsere Toten und sind bei Sex-Themen peinlich berührt. Wir sehen fern, fahren Auto und essen Eis. Warum sind wir so anders? Als einzige Vertreter unter den Tieren verfügen Menschen über eine ausgeprägte Fähigkeit, andere zu imitieren, und so können wir Ideen, Angewohnheiten, Fähigkeiten, Verhaltensweisen, Erfindungen, Lieder und Geschichten voneinander kopieren. All das sind Meme - Einheiten, die ähnlich wie Gene danach „streben“, sich zu verbreiten und zu vermehren. Meme wetteifern darum, in so viele Gehirne wie möglich zu gelangen und sich dort zu behaupten, und diese Konkurrenz der Meme hat unseren Geist und unsere Kultur geformt, so wie die natürliche Selektion unsere Körper modelliert hat. Wir Menschen sind, wozu die Meme uns gemacht haben: Wir sind allesamt Mem-Maschinen.

Susan Blackmores neues Buch stellt die Mem-Theorie oder Memetik erstmals einer breiteren Öffentlichkeit in Deutschland vor. Es regt zum Nachdenken an und provoziert. Was kann die Mem-Theorie uns wirklich über die Evolution des menschlichen Gehirns und die Entwicklung der menschlichen Kultur verraten? Was haben aktuelle Ohrwürmer und Modewellen mit bedeutenden Erfindungen und Weltanschauungen gemein? Welche Rolle spielen Meme für das menschliche Bewusstsein? Ist der freie Wille eine Illusion?

Die Debatte um die Bedeutung der Meme ist eröffnet.

(Copyright Spektrum Akademischer Verlag 2000)

  

Titelbild Regenbogen

Richard Dawkins
Der entzauberte Regenbogen
Wissenschaft, Aberglaube und die Kraft der Phantasie
(übersetzt von Sebastian Vogel)
Rowohlt Verlag 2000
ISBN 3-498-01312-2

 

Das Gehirn ist eine drei Pfund schwere Masse, die man in der Hand halten kann, aber es kann sich ein Universum vorstellen, das hundert Milliarden Lichtjahre misst.  Marian C. Diamond

Klappentext:

Als Newton das Phänomen des Regenbogens mit der Zerlegung des Sonnenlichts in seine Spektralfarben erklärte, warf man ihm vor, er habe mit seiner schnöden Wissenschaft die Poesie dieses Naturschauspiels zerstört. Als Richard Dawkins behauptete, egoistische Gene benutzen die Körper der Lebewesen als Mittel zur eigenen Vervielfältigung, musste er sich anhören, die Wissenschaft nehme dem Leben die Wärme, die es erst lebenswert mache. Dieser absurde Vorwurf und die hartnäckigen Vorbehalte gegen die Naturwissenschaften waren für ihn der Anlass, sich der Poesie der Wissenschaft zu widmen.
Richard Dawkins beweist mit diesem Buch, dass Wissenschaft alles andere als kalt, trocken und langweilig ist. Das Gefühl des Staunens über die Natur verliert sich keineswegs, wenn man versucht, den Dingen auf den Grund zu gehen. Ohne die scheinbare Entzauberung des Regenbogens wüssten wir heute sehr viel weniger über den Kosmos. Die Strichcodes der Sterne enthüllen bereitwillig ihre Geheimnisse, wenn wir sie zu lesen verstehen. Mit gepixelter Krakenhaut, abergläubischen Tauben, gefräßigen Raupenkindern und anderen Beispielen aus der virtuellen Welt im Kopf und den genetischen Archiven macht Dawkins deutlich, wie wunderbar die Dinge sind, gerade weil wir um sie wissen. Zugleich tritt er an, den falschen Romantizismus zu entlarven: Hart geht er mit denen ins Gericht, die den Trend zum Mystischen ausnutzen, um damit Geschäfte zu machen. Richtig verstanden, lassen Naturwissenschaften durchaus Raum für Poesie: Richard Dawkins plädiert für die Verwendung schöpferischer Analogien und Metaphern, die unsere Phantasie anregen, Bilder und Assoziationen wecken und über die reine Notwendigkeit des Verstehens hinausgehen.

(Copyright Rowohlt Verlag 2000) 


Titelbild Die Hand


Marco Wehr, Martin Weinmann (Hg.)

Die Hand - Werkzeug des Geistes
Spektrum Akademischer Verlag, 1999 
ISBN 3-8274-0292-1


aus dem Klappentext:

In diesem Buch berichten Fachleute unterschiedlichster Provenienz von Fingern und Händen, vom Fühlen und Handeln, von Schrift und Sprache, von Evolution und Kulturgeschichte, von Linkshändern und Handlesern - und vielem mehr. Ein Blick in die Stammesgeschichte des Menschen lehrt uns, daß die biologische Entwicklung einer Greifhand und, damit einhergehend, die gekoppelte Entwicklung von Hand und Hirn geradezu die Basis unserer Kultur bilden - ob es nun um die Entwicklung der Zahlen, um musikalische Virtuosität, um Handwerkskunst oder Philosophie geht. Nirgendwo wird die untrennbare Verknüpfung von Körper und Geist sichtbarer. 

Biologie, Medizin und Kultur reichen sich in diesem brückenschlagenden Buch die Hände, und durch das handfeste Wissen, das es vermittelt, wird die Faszination für das "Werkzeug des Geistes" nur noch größer.

(Copyright Spektrum Akademischer Verlag 1999)



Titelbild 5 Elemente

Pamela Ferguson
Lebensfreude und Harmonie
durch die Kraft der 5 Elemente
(übersetzt von Ulla Schuler)
TRIAS Verlag, 1999 (vergriffen)
ISBN 3-89373-482-1



aus dem Vorwort:

Dieses Buch möchte Ihnen die Wurzeln einer der ältesten Medizin-Philosophien der Welt nahebringen - das System der Fünf Elemente, das im Menschen einen Mikrokosmos innerhalb des Universums sieht. Verschiedene Varianten dieses Themas finden sich in vielen Kulturen des Ostens und des Westens. Die Fünf- Elemente-Lehre bildet den Kern unserer westlichen Ausbildung in fernöstlicher Medizin [die Autorin ist Shiatsu-Therapeutin]. Wir lernen dabei, uns und unsere Patienten nach den zyklischen Zusammenhängen der Elemente - Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser - und den jeweils entsprechenden Jahreszeiten - Frühling, Sommer, Spätsommer, Herbst und Winter - zu diagnostizieren.

Ein System, bei dem das Heilen uns und unsere Umwelt einbezieht, hat etwas sehr Beruhigendes. In einem höheren mystischen Sinn wird Gesundheit zum Ausdruck der Harmonie zwischen Mensch und Kosmos. Auf der praktischen Ebene stellt Gesundheit einen Balanceakt zwischen Ihren Körpervorgängen und Ihrer Umgebung dar; er ermöglicht Ihnen einen unverstellten Blick auf die Zusammenhänge zwischen dem Kommen und Gehen der Jahreszeiten und Ihrem  Körper, Ihren Stimmungen, den klimatischen Bedingungen, Nahrungsmitteln, Ihrem Zuhause, den Farben, Bräuchen und vielem mehr.


(Copyright Georg Thieme Verlag 1999)


 
Startseite Lektorate
Übersetzungen
Texte
Serviceangebot